National History Museum – Wildlife Photographer of the Year

Vor kurzem erst habe ich hier das Siegerfoto des Traveler Photo Contests des National Geographic vorgestellt. Nun hat das britische National History Museum seine Auszeichnung für atemberaubende Naturaufnahmen unter dem Titel „Wildlife Photographer of the Year“ für das Jahr 2015 vergeben. Nicht nur die Gewinnerfotos der einzelnen Kategorien, auch die anderen Finalisten-Aufnahmen, zeigen die faszinierende Schönheit der Natur auf höchstem fotografischem Niveau und erwecken hier und da auch ein bisschen Fernweh und Lust auf draußen.

1 - foxes(C) Don Gutoski

Den Titel „Wildlife Photographer of the Year“ wurde dem kanadischen Fotograf Don Gutoski für sein Werk „A tale of two foxes“ verliehen. Es zeigt einen Rotfuchs im Wapusk National Park in Kanada, der einen Polarfuchs erlegt hat. Solche Begegnungen sind zwar selten, kommen aber immer häufiger vor, da die globale Erwärmung die Verbreitungsgrenzen von Rotfüchsen Richtung Norden verschiebt. Dort begegnen sie den kleineren Polarfüchsen. Für die stellen die Rotfüchse nicht nur direkte Konkurrenz für ihre Beutetieren dar, sondern treten, wie das Foto eindrucksvoll zeigt, auch als Fressfeind auf und stellen somit eine wachsende Bedrohung für den Polarfuchs dar. Damit macht das Bild gleichzeitig auf aktuelle Entwicklungen und Gefahren für die Biodiversität durch die globale Erwärmung und den Einfluss des Menschen aufmerksam.

Beeindruckend ist auch die Geduld und Ausdauer des Fotographen, der bei -30°C für ungefähr drei Stunden die Szenerie beobachtete. Ungeachtet der Randbedingungen und den technischen Schwierigkeiten, die damit einhergehen, hat der eigentliche Amateurfotograph es geschafft eine großartige Aufnahme zu machen. Hauptberuflich ist Don Gutoski Arzt in der Notaufnahme und nutzt die Fotografie und seine Begeisterung für die Natur unter anderem um sich zu entspannen.

2 - desert(C) Sergey Gorshkov

Finalist im Bereich Säugetiere war auch der Russe Sergey Gorshkov. Er ist Fotograf für National Geographic in Russland. Seine Aufnahme trägt den Titel „Desert Survivor“ und zeigt einen Spießbock in den Dünen Nord-Namibias, der im Gegensatz zu vielen seiner Artengenossen, im Jahr 2013 eine der schlimmsten Dürren in der Region überlebt hat.

3 - giraffes(C) Marina Camo

Auch Marina Camo aus Spanien reichte ihre Aufnahme „Heaven on Earth“ ein, die in Namibia entstand und sie zu den Finalisten im Bereich Säuger machte. Es zeigt Giraffen und ein Rhinozeros an einem Wasserloch im schwindenden Abendlicht. Was wir im Bild sehen sind allerdings die Silhouetten der Tiere im Wasser. Diese stehen nicht auf dem Kopf, da die Fotografin das Bild einfach umgedreht hat. Das macht das Bild noch interessanter, da es auf dem ersten Blick nicht unbedingt auffällt und der Betrachter einen Moment benötigt um es zu verstehen.

4 - egret(C) Zsolt Kudich

In der Kategorie Vögel hat es mir ganz besonders das Bild „Great egret awakening“ von Zsolt Kudich aus Ungarn angetan, aufgenommen wurde es im Danube-Dráva National Park. Während eines Hochwassers entstand dort vorrübergehend ein See, der mehr als 1000 Silberreiher anzog. Im Laufe von fünf Nächten fotografierte Zsolt die Tiere im weichen Licht der Morgendämmerung. Dabei entstand die leicht surreal wirkende Aufnahme.

5 - kammmolch(C) Edwin Giesbers

Das Gewinnerfoto in der Kategorie Amphibien und Reptilien stammt von Edwin Giesbers aus den Niederlanden und trägt den Titel „Still life“. Ein von unten fotografierter Kammmolch treibt unter der Oberfläche eines Gewässers. Zu sehen ist seine Silhouette, die zwischen Bäumen schwebt. Den Kammmolchen geht es wie anderen Salamander Arten in den Niederlanden. Sie bedroht ein Hautpilz, ähnlich einem Pilz verantwortlich für den Tod von Kröten und Fröschen weltweit, der Feuersalamanderpopulationen in der Gegend ausgelöscht hat und sich vermutlich weiter ausbreiten wird. Ohne Gegenmaßnahmen wird dieser Pilz sehr wahrscheinlich die Salamander-Zahlen in ganz Europa drastisch reduzieren.

6 - butterfly(C) Ugo Mellone

„Butterfly in crystal“ ist das Siegerfoto im Bereich Invertebraten. Es stammt von Ugo Mellone aus Italien. Es zeigt ein Südliches Ochsenauge zwischen weißen Salzkristallen, mumifiziert durch das hoch konzentrierte Salzwasser, welches sich in Vertiefungen an der Küste ansammelt und später durch die Sonne verdunstet, sodass kristallisiertes Salz zurückbleibt.

7 - Libellen(C) Edwin Giesbers

Ein weiterer Beitrag in diesem Bereich ist „Waiting for the sun“, auch vom Niederländer Edwin Giesbers. Es zeigt Gebänderte Prachtlibellen, wartend auf die Sonne, um ihre Körper aufzuwärmen. Im Vordergrund, mit dem schwarzen Band auf den Flügeln, sitzt das Männchen, im Hintergrund befinden sich drei Weibchen.

8 - Sumpf(C) Georg Popp 

Das Siegerbild aus dem Bereich Pflanzen, „The heart of the swamp“, stammt vom Österreicher Georg Popp und wurde in Louisiana aufgenommen. Der Fotograf selbst zählt diese Zypressen Wälder zu den schönsten Orten der Welt. Zu sehen sind Bäume, die zu den letzten verbleibenden altbestehenden Zypressen gehören. Die 1000-jährigen Zypressen sind von Louisianamoos bewachsen und das Ökosystem ist die Heimat für viele Tierarten.

9 - Gladiolen(C) Klaus Tamm

Von dem Deutschen Klaus Tamm stammt eines der weiteren Werke aus dem Finalisten-Pool in der Kategorie Pflanzen. „Meadow canvas“ wurde in der Toskana, Italien, aufgenommen. Der Fotograf stellte die beiden Acker-Gladiolen vom Hintergrund frei und verstärkte so die künstlerische Wirkung.

10 - brydewal(C) Michael AW

Auf gar keinen Fall fehlen dürften natürlich auch Unterwasseraufnahmen. Das Siegerbild in dieser Kategorie, „A whole of a mouthful“, nahm der Australier Michael AW in Südafrika auf. Es zeigt einen Brydewal in einem Sardinenschwarm. Die Szenerie ereignete sich bei der jährlichen Sardinenwanderung, bei der Milliarden von Sardinen Südafrikas Wild Coast entlang wandern und dabei auch zahlreiche Fressfeine anziehen.

11- asche(C) Hans Strand

Der Sieger der Kategorie Land ist Hans Strand aus Schweden mit seinem Bild „Landscape in ash“, aufgenommen auf Island. Es zeigt Eisfelder und Gletscher, die von Asche überzogen sind. Die Asche wurde wohl vom Wind nach einer Vulkaneruption an einem anderen Ort dort hingetragen.

Auf der Seite des Natural History Museum zum Wettbewerb gibt es noch viele weitere großartige Bilder zu bewundern, die alle mehr als sehenswert sind. Hier vorgestellt habe ich nur einige Einsendungen aus dem Bereich der Erwachsenen, aber es gibt auch viele großartige Bildern von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Wer vor Ort ist, kann sich auch die Ausstellung der Bilder ansehen.

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