Ein Nachruf für das Great Barrier Reef

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Veröffentlicht im Outside Magazine, geschrieben von Rowan Jacobson, macht ein Nachruf für das Great Barrier Reef die virale Runde. Man kann dabei davon ausgehen, dass es sich um einen Weckruf oder vielleicht euch eine Prophezeiung handeln soll, denn das GBR ist mit Sicherheit in einem schlechten Zustand, aber tot ist es nicht.

Nun lässt sich darüber streiten, ob es unvernünftig ist der Welt zu erklären, es gäbe das GBR nicht mehr, obwohl das Riff als Ganzes natürlich noch lebt. Es ist eine drastische Maßnahme und nicht wenige bekommen es sicherlich in den falschen Hals. Denn warum noch Maßnahmen für eine verlorene Sache ergreifen?

Durch solche Artikel könnte es noch schwerer werden in großen Bevölkerungsschichten das nötige Bewusstsein und die Sensibilität dafür zu wecken, effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel und zum Schutz des Riffes zu ergreifen.

Andererseits weiß aber auch jeder, der im Bereich Klimawandel, Ökologie oder Naturschutz tätig ist, wie frustrierend diese Arbeit sein kann. Vielleicht war so eine Darstellung deshalb längst überfällig. Denn wenn wir so weiter machen wie bisher, wird aus dieser Prophezeiung sehr bald schon bittere Realität und dies hat deutlich weitreichendere Konsequenzen als nur den Rückgang von Touristenzahlen. Da fällt es schwer immer positiv zu bleiben.

In jedem Fall rückt das Thema Klimawandel an einem prominenten Thema wie dem Verlust des Great Barrier Reefs wieder etwas mehr in den Fokus, eventuell auch bei Menschen, die sich damit ansonsten nicht auseinander setzen würden. Zumindest ist das Echo in den sozialen Medien groß. Zwar gibt es da genug, die das ganze definitiv als Anlass sehen alle Bemühungen zur Verbesserung der Situation einzustellen, aber auch viele, die den Artikel nicht als echten Nachruf verstehen und ein tieferes Verständnis der Materie beweisen.

Leider führt nur ein Diskurs über das Thema in der Konsequenz nicht zu konkreten und effektiven Hilfsmaßnahmen, und ich bezweifle auch, dass dieser Artikel etwas daran ändern wird. Aber es ist eine andere,  kreative, eher unwissenschaftliche Herangehensweise, die mir – je länger ich darüber nachdenke – immer besser gefällt, weil sie letztlich brutal ehrlich ist und uns zeigt, was auf uns zukommt.

Eine kritische Auseinandersetzung, die auch nochmal die Probleme, die damit einhergehen und offensichtliche Fehler im Artikel aufzeigt, findet sich beispielsweise auch hier.

 

 

 

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